Nach dem Arztbesuch mit dem Rezept zur Apotheke. Sollte kein Problem sein. Wenn die verschriebene Arznei denn verfügbar ist. Immer mal wieder sind Medikamente in Deutschland nämlich nicht lieferbar. Das hat diverse Gründe, sagen Experten.  Zum einen die Globalisierung des Arzneimittelmarktes: Für viele Standardmedikamente wie zumBeispiel Schilddrüsentabletten gebe es weltweit oft nur noch ein, zwei Fabriken, in denen mehrere Pharmafirmen ihre Medikamente mit demselben Wirkstoff herstellen lassen. Zum anderen ist Deutschland kein Hochpreisland für Medikamente. Die Preise für rezeptpflichtige Arzneimittel liegen im Ausland teils deutlich höher. Und weil Pharmaunternehmen natürlich an Gewinn interessiert sind, werden gerade knappe Medikamente lieber in Hochpreisländer wie die USA und Großbritannien verkauft. Ein weiteres Problem seien die Rabattverträge, bei denen Krankenkassen mit einem Hersteller Verträge für bestimmte Medikamente schließen. Außer in Notfällen darf die Apotheke dann nur das Produkt des Herstellers aushändigen und nichts sonst. Im Extremfall bedeutet das: Ist das verschriebene Produkt aktuell nicht lieferbar, muss die Apotheke den Patienten zu einer anderen Apotheke schicken – in der Hoffnung, dass das bestimmte Produkt dort noch auf Lager ist. Gibt die Apotheke außerhalb von Nacht- und Notdiensten ein Produkt anderer Hersteller mit dem gleichen Wirkstoff aus, bleibt sie im dümmsten Fall auf den Kosten sitzen, weil die Krankenkasse nicht zahlt. Ein unhaltbarer Zustand.


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24 Juni 2019

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